Musik beim Sport als „legales“ Doping

Trainingsoutfit an, Kopfhörer auf und schon kann es losgehen. Ob Rock, Techno oder Hip Hop – die richtige Musik darf beim Sport nicht fehlen.

Sie bringt uns zum Lächeln oder zum Weinen, motiviert und ergreift uns: kaum etwas hat eine so starke und vielfältige Wirkung auf uns wie Musik. Seit jeher prägt sie uns und löst in uns die unterschiedlichsten Emotionen aus. Musik ist ein ständiger Begleiter in allen Bereichen unseres Lebens – auch beim Sport.

Die richtige Musik beim Sport lenkt nicht nur ab oder motiviert, sondern steigert auch die Leistungsfähigkeit.

Musik als “legales Doping”

Musik wirkt sich beim Sport Nachweislich auf deine Leistungsfähigkeit aus. Laut einer Studie im “Journal of Strength and Conditioning Research” ließen Forscher fünfzehn Läufer einen 5-Kilometer-Lauf jeweils mit und ohne Musik absolvieren. Dabei liefen die Teilnehmer die Strecke:

  • ohne Musik in durchschnittlich 27:20 Minuten,
  • mit Musik in durchschnittlich 26:45 Minuten.

ähnliche Ergebnisse wurden bei Studien in Kanada und London aufgeführt– jedoch mit einer erstaunlichen Beobachtung: Musik hat keine messbare Auswirkung auf die Laktatbildung, die Sauerstoffzufuhr oder die Herzfrequenz während des Sports. Dennoch konnten durch das Hören von Musik andere körperliche Veränderungen festgestellt werden, die eine Leistungssteigerung beim Training erklären.

Der psychosomatische Effekt von Musik

Durch vertraute Melodien oder Stimmen, einem bestimmten Klang oder Text assoziieren wir spezielle Situation aus der Vergangenheit, eine Person oder ein Gefühl. Beim Hören werden die Assoziationen hervorgerufen und eine entsprechende Emotion ausgelöst. Diese Emotion bewirkt eine individuelle Veränderung des körperlichen Zustands. Die veränderten körperlichen Auswirkungen können sein:

  • Die Hautatmung auf der Körperoberfläche nimmt zu, die Hauttemperatur und die Hautfeuchtigkeit verändern sich.
  • Die gesamte Körperhaltung verändert sich während des Musikhörens.
  • Der Muskeltonus – der Spannungszustand der Muskulatur – wird je nach Musik verstärkt oder gelockert.

Es handelt sich also bei der Wirkung von Musik um einen psychologischen Effekt, durch Klangreize werden nachweislich das neurovegetative System des Gehirns gereizt. Das neurovegetative System steuert unwillkürliche Körperprozesse. Das Bedeutet das wir diese Prozesse nicht aktiv verändern können wie z.B. unsere Hautatmung.

Dieser psychosomatische Effekt von Musik kann für die Steigerung der sportliche Leistungsfähigkeit von bis zu 15% genutzt werden.

Musik vor dem Sport einsetzen

Dieses Wecken von Emotionen und Erinnerungen können wir nutzen um uns in einen ausgeglicheneren aber auch konzentrierteren Gemütszustand zu bringen. Durch lockere, ruhige Musik können wir die Muskelspannung verändern und entspannen. Das verringert Nervosität und Unruhe vor z.B. wichtigen Wettkämpfen oder Prüfungen. So unterstützt die Musik unsere Vorbereitung sowohl mental als auch psychisch auf sportliche Anstrengung.

Das ist ein Grund, weshalb Spitzensportler aus allen Bereichen – etwa Dirk Nowitzki, Lance Armstrong oder die deutsche Fußball-Nationalmannschaft – sich vor dem Wettkampf von ihrer Lieblingsmusik beschallen lassen.

Die richtige Musik zur Leistungssteigerung einsetzen

Musik als Motivator

Löst Musik eine positive Emotion bei uns aus, die wir mit Kraft und Stärke verbinden, trägt sie beim Sport zu vermehrter Endorphin-Ausschüttung bei und steigert die Lust auf das anstehende Training.

Weitere Vorteile während des Sports:

  • Die Motivation wird aufrechterhalten, Müdigkeit und Unlust werden hinausgezögert.
  • Musik hebt die Stimmung wieder an, wenn sie sich beim Sport verschlechtert.
  • Gegen Ende des Trainings wirkt Musik “anheizend” – sie hilft, die letzten Kilometer, Minuten oder Übungen durchzuhalten und im besten Fall noch einmal Gas zu geben.

Musik als Ablenkungsmanöver

Musik beim Sport verringert extrem das körperliche Belastungsempfinden. Signale des Körpers, wie schwere Atmung oder ein erhöhter Puls, werden von der Musik überdeckt und dadurch, wenn überhaupt, viel schwächer wahrgenommen. Für Sportler ist es wichtig, diese Signale nicht gänzlich außer Acht zu lassen und Gefahr zu laufen, sich zu überanstrengen.

Welche Musik ist die Richtige?

Für die passende Musik während des Sports eignen sich besonders vertraute und beliebte Songs, mit denen du etwas Positives verbindest, etwa eine bestimmte Person oder ein starkes Gefühl wie Kraft, Willensstärke oder Ausdauervermögen.

Da wir unsere Bewegung dem Rhythmus der Musik beim Sport anpassen, ist eine angemessene Geschwindigkeit der Musik wichtig: zu langsame Musik kann den Sportler unnötig ausbremsen, während ein zu schnelles Lied die Gefahr birgt, sich zu verausgaben.

Es eignet sich besonders Swing-, Samba- und schnelle Popmusik für Ausdauertraining, während beim Krafttraining zu Heavy Metal, Rock oder Hip Hop gegriffen werden kann.

Auch die Reihenfolge und das Zusammenspiel ruhiger und energetischer Songs spielen eine Rolle. Für intensive Krafteinheiten oder Wettkämpfe empfehlen Forscher als Richtwert ein Verhältnis von 80 Prozent schneller, “anheizender” Musik, zu 20 Prozent ruhiger, entspannender Musik. Wer bereits vor dem Sport weiß, wie intensiv er trainiert und wie viele Tempo- und Ruhephasen das Training beinhaltet, kann sich daran orientieren und vorab eine passende Playlist zusammenstellen.

Perfekt lässt sich das mit unseren Kursen kombinieren. Durch die Zusammenstellung unserer Trainer bekommst du immer deine benötigten Emotionen und kannst alles geben.

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